Wie alles begann….
Im November 1997 gönnten wir uns unsere „verspätete“ Hochzeitsreise: mit Freunden gings per Flugzeug nach Acapulco in Mexiko, von dort auf einem wunderschönen Kreuzfahrtschiff
an der mittelamerikanischen Küste entlang durch den Panama-Kanal in die Karibik über viele schöne Inseln bis nach Puerto Rico.
Eines Abends, nach dem Dinner, beim Bummel durch das schöne Schiff, mitten in der Boutique, geschah es:
Ich sah in ein paar dunkle Augen und es traf mich wie der Blitz:
Ich wusste, es ist passiert.
Ich habe mich verliebt, sagte ich zu meinem Mann.
Vergiss ihn, sagte dieser.
Nach einer fast schlaflosen Nacht vertraute ich mich meiner Freundin Margret an – zusammen gingen wir in die Boutique, wo es gestern passiert war. Und er war immer noch da. Schaute mich einfach nur an mit seinen dunklen Augen….
Was soll ich tun? fragte ich meine Freundin. Nimm ihn, wenn du ihn haben willst und werde glücklich mit ihm, sagte sie.
Also zahlte ich 89,90 Dollar an der Kasse und der Plüschbär namens „Sam“ mit einem Pullover mit amerikanischer Flagge! gehörte nun mir.
Sam war von da ab der Liebling der Kabinenreinigungscrew…
er sass auf dem Bett und wurde jeden Tag anders angezogen: mal mit der Rettungsweste, mal mit meinem Nachthemd, mal mit einer Sonnenbrille…und alle hatten Spaß. Den Rückflug durfte er zur Freude aller mit dem Kopf aus dem Rucksack durchführen.
Als wir wieder zuhause waren, las ich 2 Tage später das Angebot einer Bastelstube: einen EIGENEN Bären herstellen!
Schon ein Wochenende später sass ich zusammen mit anderen neugierigen Frauen in einem Vereinsheim und stopfte einen vorgenähten Bären. Selbst der vorgefertigte, also schon „zusammengenähte“ Bär benötigte noch einen ganzen Mittag, Nachmittag und Abend, bis er fertig war. Die Augen wurden von der Kursleiterin eingezogen und auch beim Stopfen und Splintendrehen benötigten wir alle ziemlich kräftige Unterstützung. Beim Nase sticken gab es schon fast erste Verzweiflungstränen, aber die Kursleiterin sorgte mit viel Hilfe dafür, dass jede mit einem „schönen“ Bär sehr stolz nach Hause ging.
hier ein Bild von meinem ersten "selbstgemachten" Teddy:

Sofort fragte jeder: wo hast du DEN denn her – „will auch haben“….
Ich rief die Kursleiterin an und sagte, ich brauche mehr Material – und ich will ein paar Bären selbst machen, aber damit hatte die Dame wohl nicht gerechnet – oder hatte sie Angst vor Konkurrenz? ich weiß es nicht. Sie wollte nicht so recht…
Das Internet war zu dieser für mich Zeit noch kein Thema – also: Bastelläden.
Die erste Bastelpackung, den ersten Fertigschnitt gekauft. Stoffläden hatten das Material "Mohair" für Teddybären nicht – macht nichts, dachte ich, ich kaufte Plüsch - der war auch nicht so teuer wie in diesem Kurs! Aber der "Boden" des Plüsch war meist dehnbar – und die Bärenergebnisse entsprechend niederschmetternd.
Doch das Virus hatte mich im Griff, ich wollte nicht aufgeben. Und eines Tages sagte mein Mann: schau mal, in der Zeitung steht, am Wochenende in Xyz, da ist eine „Bärenausstellung“ von Frauen, die diese alle selbst machen!
Da mussten wir hin!
Und dort nun erhielt ich endlich die Tipps, die ich brauchte: dass es eigene Firmen gibt, die nur Mohair und Zubehör für Bärenkünstler(innen) verkaufen und die entsprechenden Adressen.
Kataloge bestellt, staunend in eine neue Welt eingetaucht, Material bestellt.
Und dann kommt das, was kommen muss, wenn man das Bärenvirus in sich hat: man ist nicht mehr zufrieden mit einem Bastelpackungschnitt – oder nur damit, diesen zu verändern – nein, es muss ein eigenes Design sein!
Wieder eröffnete sich eine neue Welt….zeichnen, probieren, üben, verschneiden....nach vielen Irrwegen und gaaanz viel „verpfuschten Bären“ die aber liebevoll von Kindern als Geschenk gerne angenommen wurden, landete ich in einem Schnitt- und Designkurs bei der international bekannten Künstlerin Eleonore Unkel-Schäufelin.
Inzwischen sind wir beste Freundinnen und ich habe nach geschätzt vielleicht 500 verkauften Bären längst meine eigene Stilrichtung gefunden, was sehr wichtig ist in diesem Geschäft.
Jetzt hab ich dazu sogar eine Homepage, die ich selbst gestalte – man lernt halt im Leben immer noch was dazu ;-)

